Wer war Erich Schulze?
Erich Schulze zählt zu den prägendsten Persönlichkeiten des Tischtennissports in Rheine. Sein Name steht rückblickend nicht nur für die Geschichte der DJK TTR Rheine, sondern vor allem für unermüdliches ehrenamtliches Engagement und nachhaltige Nachwuchsförderung.
Ein Leben für den Tischtennissport in Rheine
Erich Schulze gehörte am 17.06.1955 – im Alter von gerade einmal 15 Jahren – zu den Mitbegründern des DJK TTR Rheine und blieb dem Verein sein Leben lang treu: Von 1969 bis 1972 stand er als Vorsitzender an dessen Spitze. Doch sein eigentliches Lebenswerk lag nicht im Amt, sondern auf der Platte und daneben, an der Bande, bei den Kindern und Jugendlichen, denen er den Tischtennissport nahebrachte.
Unter seiner Betreuung wuchsen Talente wie der spätere deutsche Einzelmeister Engelbert Hüging (Titelgewinn 1978, gebürtiger Rheinenser) und die Brüder Hoffmann, die es später bis in die Bundesliga schafften, heran – schon 1972 holte er mit ihnen die Westdeutsche Schülermannschaftsmeisterschaft nach Rheine, ein für den kleinen Verein bemerkenswerter Erfolg. Als seine Schützlinge später in Bundesligamannschaften weiterzogen, fing Erich Schulze einfach noch einmal von vorne an: Mit einer neuen Generation ganz junger Spieler, darunter die Gebrüder Linde, Hemme, Boensch und Rosenberger, baute er eine neue Mannschaft auf – und holte mit ihr 1982 erneut den westdeutschen Jugendmeistertitel nach Rheine. Zwei Generationen, zwei Meisterschaften, ein Trainer. Nebenbei stand er selbst noch bis kurz vor seinem Tod aktiv am Tisch.
Sein Engagement endete nicht an der Vereinsgrenze. Im Verband packte er über Jahrzehnte mit an: 14 Jahre als Staffelleiter, 16 Jahre als Kreisjugendwart, sechs Jahre als Bezirksjugendwart und ein Jahr als Bezirkssportwart. Für dieses Lebenswerk wurde er mit der Silbernen Ehrennadel des Deutschen Tischtennisbundes und dem Silbernen Ehrenzeichen des DJK-Diözesanverbands ausgezeichnet, zudem würdigte ihn der Landrat des Kreises Steinfurt für seine besonderen Verdienste um den Sport.
Erich Schulze starb am 1. April 1985 im Alter von nur 45 Jahren – mitten aus einem Leben heraus, das er bis zuletzt dem Verein und dem Tischtennissport gewidmet hatte. Sein Tod hinterließ eine schmerzliche Lücke, nicht nur beim DJK TTR Rheine, sondern im gesamten Tischtennis-Kreis Steinfurt. Bis heute erinnert das jährliche Erich-Schulze-Gedächtnis-Turnier daran, wie viel ein Einzelner mit Herzblut und Ausdauer für den Nachwuchs eines Vereins bewegen kann.
Das sportliche Erbe: Erich-Schulze-Gedächtnis-Turnier
Um seinen Verdiensten gedenken zu können und sein Lebenswerk im Verein fortzuführen, richtet die DJK TTR Rheine traditionell über Ostern das Erich-Schulze-Gedächtnis-Turnier aus.
Bedeutung: Das Turnier hat sich über die Jahre zu einem der traditionsreichsten und größten Nachwuchsturniere der Region entwickelt.
Ausstrahlkraft: Es zieht regelmäßig zahlreiche junge Talente aus Rheine und dem Umland an und verkörpert genau den Geist der Sport- und Jugendsportförderung, für den Erich Schulze zeitlebens stand.
Fazit: Erich Schulze hat den Tischtennissport in Rheine nachhaltig geprägt. Sein Andenken wird durch das jährliche Gedächtnisturnier lebendig gehalten, das bis heute einen festen Höhepunkt im Sportkalender der DJK TTR Rheine darstellt.